Die Voralbbahn

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Göppingen - Bad Boll

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 Archiv 2003

 

Voralbbahn Nachrichten
EIN NEUER ZUG IM KREIS e.V.

Wie “Phönix aus der Asche”
Gibt es eine neue Zukunft für die Geislinger Tälesbahn?

Moderner Güterverkehr auf Reststück
Geislingen/Steige - Wiesensteig

Es ist kaum mehr bekannt, dass auf dem Reststück der “Tälesbahn” Geislingen/Steige - Wiesensteig bis Ende des Jahres 2000 noch Güterverkehr herrschte. Die Tälesbahn wurde wie so viele Nebenbahnen als Folge der damaligen Verkehrspolitik in Etappen am 31. Mai 1980 für den Gesamtverkehr stillgelegt. Der Abschnitt Geislingen Hbf. bis Altenstadt wurde im Güterverkehr als Anschlussgleis weiterhin bedient. Aber auch damit war Mitte Dezember 2000 Schluss. Vorläufig nur, hoffentlich, denn es gibt auch hier Bemühungen um eine Reaktivierung ...

Heiner Mergel und Korbinian Fleischer, zwei überzeugte Eisenbahnfreunde nahmen sich der Sache an. Neben ihrer aktiven Mitgliedschaft bei der zu den Ulmer Eisenbahnfreunden e.V. (UEF) gehörenden Lokalbahn Amstetten - Gerstetten e.V: sind sie auch Mitglied im Förderverein EIN NEUER ZUG IM KREIS. So lag es auch nahe, beim Thema “Tälesbahn” aktiv zu werden - für eine neue Zukunft. Wie fing nun alles an? Im September 1999 unternahmen die Ulmer Eisenbahnfreunde Dampfzugfahrten auf dem Reststück Geislingen - Altenstadt. Dies sollten Testfahrten für das Jubiläum “150 Jahre Geislinger Steige” sein. Weiterhin gab es Überlegungen der Stadt Geislingen sowie der Ulmer Eisenbahnfreunde, Dampfzugfahrten regelmässig in der Zukunft nach Geislingen/Altenstadt durchzuführen. Dies wären, neben den Fahrten von Amstetten nach Gerstetten absolute Leckerbissen für alle Eisenbahnfreunde und natürlich eine weitere Attraktion für den Tourismus in der Fünftälerstadt. Dann kam aber die Ankündigung der DB AG den Güterverkehr zwischen Geislingen und Altenstadt einzustellen, die Strecke auszuschreiben und ggf. nach §11 AEG einzustellen. Praktisch die bekannte Arie! Damals wurden hauptsächlich die WMF sowie ein Stahlgrosshändler regelmässig auf der Schiene bedient. Ein Angebot von der DB AG erging auch an die Stadt Geislingen und an die UEF. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Steigenjubiläum gab es dann im Juli 2000 die letzten Dampfzugfahrten auf der Tälesbahn. Der Güterverkehr wurde dann im Dezember 2000 eingestellt. Heiner Mergel, Korbinian Fleischer und Markus Müller von der Schmalspurbahn Amstetten - Oppingen gründeten daraufhin die Interessengemeinschaft (IG) Tälesbahn. Dann ging es Schlag auf Schlag: Gespräche mit der Stadt Geislingen, den Firmen WMF und Hagmayer, Besuch bei der DB Netz AG in Karlsruhe. Daraufhin gab die DB AG ein Angebot über den Kaufpreis ab. Nach weiteren Gesprächen mit den betroffenen Partnern wurde ein Betriebskonzept erstellt. Das Kuriosum da bei: Die DB AG baute die Gleise am B10 Bahnübergang aus! Man sagt dazu auch “illegale Stillegung”. Die Wiedereinbaumöglichkeit wurde aber gewährleistet. Nachdem die Stadt Geislingen nach etlichen Gesprächen mit allen Beteiligten überzeugt werden konnte, die Trasse käuflich zu erwerben, wurde eine Entbehrlichkeitsprüfung von der DB AG durchgeführt und ein Kaufentwurf vorgelegt. Leider enthielt er Bedingungen, die nicht akzeptiert werden können, so dass hier weitere Gespräche folgten mit dem Ziel, dass die Stadt Geislingen die Infrastruktur aufkaufen kann. Auch hierbei zeigte sich, wie lähmend zäh solche Vorgänge sind, die Gespräche bezüglich der Bahntrasse Göppingen - Boll lassen grüßen! Wenn der Aufkauf der Trasse abgeschlossen ist, soll die WMF in der Zukunft durch eine nichtbundeseigene Eisenbahn wieder über die Schiene bedient werden. Ein weiteres Beispiel, wie vorhandene Infrastruktur gerettet und einer neue Zukunft zugeführt werden kann! (bl)

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